Posted on Aug 23, 2019 in Aktuell, Pressemitteilungen

Verein „Saubere Luft“:  Benzol-Messstationen in Carling auf der Kippe, Notfallpläne nicht mehr grenzüberschreitend

 

Die Auswertung der öffentlichen einsehbaren Fakten zur letzten CSS zeigen relativ deutlich, wohin die Reise gehen soll. Auf der Chemieplattform Carling wird es in den nächsten Monaten zu gleich zwei grenzüberschreitenden Genehmigungsverfahren kommen, die zu einem weiteren Ausbau der Plattform führen werden.  Bei einer der geplanten neuen Produktionsstätten wird es sich erneut um s.g. „grüne Chemie“ handeln zur Produktion von organischen Säuren, jedoch in einem weitaus größeren Ausmaß als bei der Buttersäurefabrik.

Als ob dies nicht genug wäre, erwägt die französische Seite im Messnetz atmo grandest weitere Messstationen abzubauen, konkret zwei Messstationen zur Benzolmessung.

 

Adriano Pitillo, erster Vorsitzender des Vereins „Saubere Luft“ hierzu: „Wir kritisieren dieses Gedankenspiel aufs Äußerste, wenn es auf französischer Seite bei Störfällen keine unmittelbare staatliche Überwachung des hoch krebserregenden Umweltgifts Benzol geben soll. Die auch auf saarländischer Seite erfolgten Benzolmessungen haben auch in diesem Jahr mehrfach deutliche Auffälligkeiten gezeigt, wobei es gemäß der europäischen Benzol-Richtlinie keine feststellbare Schwelle für Benzol gibt, unterhalb derer keine Gefahr für die menschliche Gesundheit ausgehe.

Ebenso kritisch sehen wir das Vorgehen von französischer Seite, das Saarland komplett aus dem Notfallplan der Chemieplattform herausnehmen zu wollen mit der geradezu abenteuerlichen Begründung, dass durch die Produktionsumstellungen der letzten Jahre keine akute Gefahr mehr für das Saarland ausgeht. Lauterbach als Ortsteil der Kreisstadt Völklingen liegt unmittelbar neben Carling und soll nun außerhalb jeglichen Gefahrenbereiches liegen, ebenso wie weite Teile des Warndts? Das sind schon fast „trumpsche“ Gedankenspiele und hinterfragt jegliche Vorgehensweise für die wir jahrelang gekämpft haben, nämlich dass die europäischen grenzüberschreitenden Richtlinien bei der Seveso-Anlage Carling eingehalten werden.

Wir fordern die saarländische Landesregierung auf, sich nicht von der französischen Seite einlullen zu lassen und weiterhin die Gesundheit der saarländischen Bevölkerung im Fokus zu haben. Hierzu muss das französische Messnetz nicht reduziert, sondern weiter ausgebaut werden und Notfallpläne der Realität angepasst werden.

Die Geruchsbelastungen haben auch im Jahr 2019 nicht nachgelassen und tauchen weiterhin in unschöner Regelmäßigkeit auf. Gerade vor dem Hintergrund des bereits erfolgten und weiterhin geplanten Ausbaus der Chemieplattform muss ein transparenter und Fakten liefernder, grenzüberschreitender Informationsfluss nicht nur beibehalten, sondern deutlich ausgebaut werden.“

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