Posted on Aug 14, 2017 in Aktuell, Pressemitteilungen

 

Bereits zum vierten Mal in den vergangenen drei Monaten kam es zu einem massiven Vorfall mit mindestens einer Detonation auf der Chemieplattform Carling. Wie aus der französischen Presse zu entnehmen sprachen Anwohner, von einem bzw. sogar mehreren Explosionsgeräuschen, eine schwarz-braune Wolke zog über Carling hinweg Richtung Saarland. Erneut wurde umgehend und ohne eingehendere Untersuchungen Entwarnung gegeben, Gesundheitsgefahren bestanden wie gehabt in keiner Weise und auch die Detonation selbst sei laut TOTAL ein normaler Vorgang bei der Produktion.

Adriano Pitillo, erster Vorsitzender: „Seitdem die neuen Produktionslinien C4 Harze und PPC angelaufen sind sowie der Cracker geschlossen wurde, häufen sich die Problematiken auf der Chemieplattform. Wir möchten an die Worte unseres saarländischen Umweltministers erinnern, der uns allen versprach, dass mit Schließung des Crackers und mit Eröffnung der modernen Produktionsanlagen alles besser wird. Genau das Gegenteil ist eingetroffen und übertrifft so langsam unser aller Vorstellungskraft. Mehr Gestank und mehr Störfälle als zuvor! Erneut wird eine massive Detonation mit anschließender Rauchentwicklung klein geredet und möglichen Gesundheitsbelastungen nicht weiter nachgegangen. Wie wird sich die Situation erst darstellen, wenn die weiteren über 200 Hektar Neubesiedlung der Chemieplattform abgeschlossen sind?

Wir fordern eine kritischere Auseinandersetzung mit den aktuellen Vorkommnissen. Ethylen ist ein hochexplosives Gas und das Ausgangsprodukt für fast alle weiteren Produktionsabläufe auf der Chemieplattform Carling-St. Avold. Wie kann es sein, dass binnen von Minuten seitens TOTAL Entwarnung gegeben wird, obwohl keine Messfahrzeuge in die Region geschickt werden? Wie kann es sein, dass wir Bürger diesseits und jenseits der Grenze mit unseren Ängsten und Sorgen alleine gelassen werden? Unser Verein bekam neben der großen Ungewissheit, was die erneute große Detonation angeht auch Meldungen aus der Bevölkerung über gesundheitliche Beschwerden. Wie kann es sein, dass auch das saarländische Umweltministerium nicht sofort reagiert und die Bevölkerung informiert, Messungen veranlasst und zumindest Warnungen herausgibt, dass Fenster und Türen geschlossen werden sollen bis klar ist, um was es sich hier handelt ?

Desweiteren fordern wir mehr Aufklärung und Information über das Projekt „Chemesis 2020“, das mit Sicherheit noch mehr Umwelt- und Gesundheitsbelastungen für die saarländische Seite mit sich bringen wird. Und ebenso deutlich umfangreichere Untersuchungen von Störfällen, Explosionen u.ä., wozu auch belastbare Luftuntersuchungen in Echtzeit und eine lückenlose Aufklärung der Bevölkerung auf beiden Seiten der Grenze gehören. Müssen erst ganze Teile des Chemiewerks in die Luft fliegen, bevor etwas geschieht? Auf der Chemieplattform Carling lagern zig Tausend Tonnen hoch explosive Stoffe, die unter die Seveso Richtlinie fallen“

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