Posted on Feb 23, 2017 in Aktuell, Pressemitteilungen

 

Die gestrige, sehr gut besuchte Veranstaltung zum Thema „Feinstaub“ in Dorf im Warndt hat gezeigt, dass dieses Thema nicht nur auf der Agenda von Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger wichtig ist. Die im Rahmen der Veranstaltung vorgestellten Sensoren der Fa. Födisch können einen Beitrag dazu leisten, die Feinstaubbelastung im Warndt und im ganzen Saarland besser und vor allem in Echtzeit zu erfassen. Die französischen Behörden sind uns bei diesem Thema deutlich voraus, weshalb der Verein „Saubere Luft für die Warndtgemeinden e.V.“ das saarländische Umweltministerium sowie das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz auffordert, in Zusammenarbeit mit der Fa. Födisch ein Pilotprojekt zu starten.

Adriano Pitillo, erster Vorsitzender: „Umweltmediziner und die WHO sind sich einig: Die Luftverschmutzung stellt inzwischen die größte umweltbedingte Gesundheitsgefahr dar. So gingen laut WHO im Jahr 2012 über 400.000 vorzeitige Todesfälle in der EU auf Belastungen der Außenluft zurück. Neben vielen krebserregenden Stoffen, die inzwischen in der Luft herumwehen, ist vor allem Feinstaub ein kritischer Schadstoff. Nicht umsonst setzt sich die WHO dafür ein, die aktuellen gesetzlichen Grenzwerte deutlich nach unten zu korrigieren und keine Überschreitungen der Tagesmittelwerte mehr zu erlauben.

Vor dem Hintergrund dieser Fakten sind wir froh, dass Herr Lambertz von der Fa. Födisch uns ihren Feinstaubsensor vorgestellt hat. Bemerkenswert dabei ist, dass dieser Sensor, in Deutschland entwickelt, produziert und mit zertifizierten Geräten geeicht wird. Das bedeutet, dass dieser Sensor, z.Zt. noch ohne Zertifizierung dennoch zuverlässige Messwerte für PM 10 und 2,5 in Echtzeit liefert, die sich bereits im vergleichenden Praxistest mit behördlichen Messgeräten als äußerst zuverlässig dar stellen ließen. Der Vorteil ist jedoch das deutlich niedrigere Preissegment als zertifizierte Geräte.

Der weltweit positive Einsatz dieses Sensors führte dazu, dass die Fa. Födisch ist bereits in Gesprächen mit den Bundesländern Baden-Württemberg und Sachsen. Wir plädieren dafür, dass auch das Saarland diese Möglichkeit ergreift und für die Warndtregion ein Pilotprojekt startet, um die Zuverlässigkeit der Sensoren zu untermauern. Durch die Nähe zu Frankreich könnten die ermittelten Werte mit den französischen Werten abgeglichen werden. Gerade vor dem Hintergrund der Luftbelastungen durch den Industriekomplex Carling-St. Avold würde dies garantieren, an valide Daten zu gelangen sie könnten den Bürgern des Warndts endlich Feinstaubwerte in Echtzeit liefern, wenn in Lothringen behördlicherseits Feinstaubwarnungen ausgesprochen werden.

Insbesondere die Tatsache, dass diese Geräte deutlich preiswerter zu erhalten sind als Zertifizierte (1.500 Euro anstatt ca. 45.000 Euro) dürfte für die Verantwortlichen in Ministerien und Kommunen vor dem Hintergrund finanzieller Spielräume ein wichtiges Argument sein.

Wir werden die Möglichkeiten des Vereins ausloten, um auf eigene Kosten 1 bis 2 dieser ca. 1.500 € teuren Sensoren zu erwerben. Der Aufbau eines flächendeckenden Messnetzes würde aber unseren Rahmen sprengen. Hier sehen wir ganz klar die Landesregierung, ihre Behörden, Kommunen und Institutionen im Interesse der Bevölkerung, teils in einer konstitutionellen als auch moralischen Pflicht.“

Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier: