Posted on Mai 25, 2018 in Aktuell, Pressemitteilungen

  1. Mai 2018

„Saubere Luft“: Grenzüberschreitender Austausch mit französischen Umweltschützern

Umweltvereine „Saubere Luft für die Warndtgemeinden e.V.“ tauschen sich mit ADELP aus – öffentliche Darlegung intern ermittelter Luftanalysedaten rund um den Chemiepark Carling gefordert – insbesondere wegen der geplanten Buttersäurefabrik

Gemeinsam mit Herrn Prof. Jean Marie Bonnetier vom französischen Umweltverein für die Region Moselle ADELP haben sich Vertreter des Vereins „Saubere Luft“ über die Thematik Luftverschmutzung durch den Industriepark Carling-St.Avold ausgetauscht. In angenehmer und fachlich geprägter Atmosphäre wurden viele gemeinsame Arbeitsschwerpunkte besprochen und über die nicht ausreichenden, grenzüberschreitenden behördlichen Überwachung der Luft- , Boden- und Gewässerqualität gefunden.

Hr. Prof. Bonnetier (Prof. für Physik und Umweltchemie, Präsident ADELP) konnte uns als Fachmann und Teilnehmer an der französischen Umweltkommissionssitzung CSS, die Anfang Juni 2018 erneut stattfinden wird, aus seiner Sicht berichten und viele offene Fragen hinsichtlich Luftverschmutzung und Gesundheitsgefahren bestätigen. Zwar gäbe es durch die Schließung der Kokerei und des Steamcrackers eine veränderte Luftverschmutzungssituation,  mit einer jedoch weiterhin hohen potentiellen Gefahr für die Gesundheit durch das synergistisch ( = in ihrer Wirkung gegenseitig vervielfältigen) wirkende Schadstoffkonglomerat des Industriekomplexes Carling, vor allem bei sensiblen Bevölkerungsgruppen mit bereits bestehenden Erkrankungsbildern und vor allem Kindern.

Aufgrund der veränderten Schadstoffemissionen durch die Erweiterungen und Umbauten  auf der Chemieplattform  sowie der meteorologischen Gegebenheiten decken sich die Forderungen von ADELP mit jenen des Vereins „Saubere Luft“,  vor allem was eine Anpassung des behördlichen Analysespektrums  und umfangreiche Luftstudien angeht. Gleichzeitig fordert ADELP eine öffentliche transparente Darstellung aller intern ermittelten Luftanalysen, die seitens TOTAL Petrochemie und anderen ansässigen Firmen auf dem Industriepark erfolgt sind. Antworten auf diese Fragen wurden ADELP bisher auf der CSS-Sitzung verwehrt. Hr. Prof. Bonnetier sieht außerdem eine nicht ausreichende Analytik der Gewässer Merle und Rossel, die mit giftigen Schadstoffen durch den Chemiepark belastet werden sowie die Gefahr einer möglichen Trinkwassergefährdung bei einem weiterem Anstieg des Grubenwassers aufgrund massiver, bestehender Bodenaltlasten.

Adriano Pitillo (1. Vorsitzender): „ Wir fühlen uns durch diesen Austausch mit ADELP in unseren Vermutungen bestätigt, dass die grenzüberschreitenden behördlichen Untersuchungen nicht ausreichen. Mehr als erstaunt waren wir über die Information, dass die uns bisher als äußerst transparent dargestellte Kommissionssitzung CSS den offenen Dialog zwischen TOTAL und dem französischen Umweltexperten Hr. Prof. Bonnetier verweigerte und Fragen unbeantwortet blieben. Dies lässt Raum für Spekulationen. Aus diesem Grund fordern wir unsere saarländischen  Bürgervertreter auf, bei der kommenden CSS für eine transparente öffentliche Darstellung aller ermittelten internen Luftanalysen von TOTAL und der sonstigen Firmen zu plädieren, um mehr Klarheit über alle emittierten Schadstoffe zu erhalten und dass gestellte Fragen auch beantwortet werden . Gleichzeitig sollte auf der CSS auch eine mögliche Trinkwassergefährdung durch Bodenaltlasten des Industrieparks Carling im Rahmen der umstrittenen Grubenflutung akribisch geprüft werden.

Wir freuen uns, mit ADELP und ihrem Vorsitzenden Hr. Prof. Bonnetier Mitstreiter auf französischer Seite gefunden zu haben, die auch in Zukunft mit uns zusammen arbeiten werden.“

Weitere Treffen und gegenseitige Teilnahmen an Vereinssitzungen wurden vereinbart.

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