Posted on Mrz 27, 2019 in Aktuell, Pressemitteilungen

Nach jahrelangen Forderungen durch den Verein „Saubere Luft für die Warndtgemeinden e.V.“, tagesaktuelle, die von der Chemieplattform Carling emittierten Schadstoffe zu messen und nicht lediglich nachträgliche und deutlich zeitverzögerte Jahresmittelwerte zu bekommen, sind nun neue Messgeräte in Lauterbach in Betrieb genommen worden und liefern online zeitnahe  Messdaten.

Der Verein begrüßt es sehr, dass nun endlich zeitnahe Luftwerte von Benzol, Toluol, Xylol und auch Styrol sowie Feinstaub erfasst und veröffentlicht werden. Durch das bereits begonnene Projekt „Chemesis 2020“ (der Bau einer Propandiol/Buttersäurefabrik ist bereits genehmigt, zwei weitere Großprojekte stehen in den Startlöchern) ist jedoch klar, dass in Zukunft mehr und auch noch spezifischere Luftuntersuchungen notwendig werden.

 

Adriano Pitillo, 1. Vorsitzender: „Unser Verein ist sehr erfreut über die Tatsache, dass inzwischen die fünf  genannten Schadstoffe tagesaktuell zeitnah erfasst und veröffentlich werden. Die  neuen Messstationen in Lauterbach sind sicherlich ein guter Schritt zu mehr Erkenntnissen, was die Schadstoffbelastung im Warndt angeht und konnten bereits noch in der Probephase bei dem Ereignis im Februar aufzeigen, dass es auch in Lauterbach erhöhte Benzolkonzentrationen gab.

Dennoch bleiben Fragen offen, die Welle der sogenannten „Grünen Chemie“, die nach und nach die Chemieplattform Carling zu erfassen scheint, ist nicht weniger problematisch als die Belastungen, die wir bereits seit Jahrzehnten kennen. Neue Produktionslinien bedeuten neue Schadstoffemittenten  und neue notwendige Messverfahren, die ebenfalls tagesaktuell und transparent für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Warndts den Zustand unserer Atemluft darstellen.

Aufgrund der Erfahrung, wie lange es dauert, bis notwendige Messungen wirklich umgesetzt werden, fordern wir bereits jetzt alle notwendigen Schritte einzuleiten, um in Zukunft möglichst umfassend die von der Chemieplattform Carling ausgehenden Schadstoffe zu erfassen und Belastungen zu vermeiden.

Aus der französischen Presse konnten wir entnehmen, dass sowohl ein neues Großprojekt mit der Fa. Quaron sowie ein  deutlich größeres Joint Venture Projekt „Grüne Chemie“ als jetzt durch die Fa. Metex zur Produktion von organischen Säuren in den Startlöchern steht. Dazu rufen wir die saarländischen Behörden auf, sich bereits jetzt mit den anstehenden Projekten auseinander zu setzen und uns zeitnah zu informieren.

Die Erfahrung lehrt uns weiterhin beim Umgang mit Störfällen und Informationen über die Grenze: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“

 

Link zu den Messstationen in Lauterbach ( IMMESA, saarländisches Luftmessnetz) : http://www.umweltserver.saarland.de/extern/luft/immegra.php

 

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