Posted on Aug 6, 2018 in Aktuell, Pressemitteilungen

„Saubere Luft“: 133 Bürger-Einwände gegen geplante Buttersäurefabrik in Carling

Innerhalb der letzten Woche wurden unserem Verein „Saubere Luft für die Warndtgemeinden e.V.“ insgesamt 133 Bürger-Einwände im Rahmen der grenzüberschreitenden Bürgeranhörung zu der geplanten Buttersäurefabrik auf der französischen Chemieplattform Carling-St.-Avold überstellt. Diese Einwände wurden am 03.08.18 beim Anhörungsleiter in St. Avold von Vertretern des Vereins persönlich übergeben. Wir wurden von Hr. Julien Jacob ( Anhörungsleiter ) darüber informiert, dass anscheinend zusätzlich während der letzten Woche viele Einwände per e-mail bei ihm ankamen, so dass er aufgrund der Flut an Einwänden umgehend eine Fristverlängerung zur Prüfung  bei der Präfektur beantragen müsste.

Adriano Pitillo, 1. Vorsitzender: „Wir sehen erneut sehr deutlich, dass die saarländische Anrainer-Bevölkerung den weiteren Ausbau der Chemieplattform mehr als kritisch begleitet. Dies wurde uns in unzähligen Gesprächen immer wieder überbracht und die Ängste um noch mehr Chemie-Gestank sowie um die Gesundheit wurden besonders in den Vordergrund gestellt. Bürger-Einwände kamen aus fast allen Warndtorten, der Gemeinde Großrosseln sowie Völklingen mit Lauterbach, Ludweiler, Überherrn und Wadgassen bei uns an.

Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von allen Beteiligten am Genehmigungsverfahren, dass ihre eingebrachten Einwände anders als in den vergangenen Bürgeranhörungen jetzt Beachtung finden und die vorgebrachten Bedenken sowie Fragen berücksichtigt und beantwortet werden. Der geplante Bau der Buttersäurefabrik darf nicht einfach durchgewunken werden. Die Belastungen im Warndt sind bereits seit Jahrzehnten für die Anrainer nicht hinnehmbar und es bestehen große Bedenken, dass sich durch die geplanten Neuansiedlungen die Situation weiter verschärfen wird. Die Ängste hinsichtlich Bürgersicherheit be einem Stör- bzw. Unfall sind bis heute ebenfalls nicht ausgeräumt.

Unser Verein ist in seinem eigenen Einwand besonders auf die offenen Fragen hinsichtlich Bevölkerungsschutz mit Verhaltensplänen während Unfallszenarien, grenzüberschreitenden Warn- und Notfallplänen, Sicherheitsplänen sowie fraglichen Unfall-Dominoeffekten mit sonstigen angesiedelten Chemiefirmen eingegangen. All dies sieht die europäische Seveso III Richtlinie vor und konnte von uns nicht erkennbar dargestellt werden. Gleichzeitig wurden unsererseits die Bedenken wegen zusätzlicher Geruchs- sowie Gesundheitsbelastungen beschrieben und Forderungen zur Nachbesserung formuliert.

Besonderes Augenmerk wird unser Verein auf die Stellungnahme des saarländischen Umweltministeriums sowie der Stadt Völklingen legen. Wir hoffen darauf, dass sie nicht nur formell begleitend, sondern auch kritisch verbessernd im Sinne von uns Bürgern ins laufende Verfahren eingreifen werden. Die jahrelange Devise, dass „der französische Antragsteller schon seinen Verpflichtungen nachkommen wird“ kann und darf  nicht mehr weiter verfolgt werden.

Das Motto: „Schlimmer geht’s immer“ muss aufhören.

Denn in der Vergangenheit hat uns „wider Erwarten“ jede neue Produktionslinie bewiesen, dass sich auch neue Geruchsbelästigungen zeigten, neue fragliche Gesundheitsgefährdungen im Raum stehen und sich neue Schadstofffreisetzungen ergeben haben.“

Weitere Informationen  zum Verein unter www.bi-saubereluft.de

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