Posted on Sep 6, 2019 in Aktuell, Pressemitteilungen

Verein „Saubere Luft“ kritisiert geplante Biomassezentrum in Velsen

 

Die zuvor in Ensdorf geplante Biomüllanlage des EVS soll neuen Plänen zufolge neben die AVA Velsen gebaut werden. Der Aufsichtsrat gab am 20. August bereits grünes Licht für dieses Vorhaben. Eine Informationsveranstaltung durch den EVS hierzu findet am Montag, den 09.09.19 ab 18 Uhr in der Rosseltalhalle statt.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Schadstoffbelastungen sowie Altlasten im Warndt durch den Chemie- und Schwerindustriekomplex Carling-St. Avold, was sich in Luft, Gewässer und Böden darstellt, befürchtet unser Verein mit der Ansiedelung eines Biomassezentrums eine weitere Verschlechterung der Lebensqualität im als „Natura 2000“ deklarierten Gebiet. Der Warndt wurde sicherlich nicht per Zufall unter besondere Beobachtung des Umweltbundesamtes (UBA) gebracht.

Neben der ungeklärten Frage des Antransports des Biomülls, der aus dem ganzen Saarland an diesen einen Standort gebracht würde, sieht der Verein auch die Gefahr einer weiteren Verschärfung der bereits bestehenden Geruchsbelastung sowie einer Vernetzung mit dem Chemiestandort Carling, der in Zukunft auf eben genau jene „Abfallprodukte“ der Biomüllanlage für die neue „grüne Chemie“ angewiesen sein könnte.

 

Adriano Pitillo, erster Vorsitzender des Vereins „Saubere Luft“ hierzu: „Selbst wenn man die Tatsache ignoriert, dass der Standort Velsen bereits deutlich vor der Kommunalwahl im Mai ins Auge gefasst, in der Öffentlichkeit jedoch mit keinem Wort erwähnt wurde, bleibt das Vorgehen des EVS und damit der Landesregierung mehr als kritikwürdig. Wir befürchten als Verein „Saubere Luft“ neben einem hohen Verkehrsaufkommen bei der Anlieferung des Biomülls und den auftretenden Geruchsproblematiken im Betrieb vor allem auch eine Gefahr, über die ebenso wie über die verheimlichten Planungen im Vorfeld der Kommunalwahl im Vorfeld sicher erst mal nicht gesprochen und berichtet werden soll.

Die in der Biomüllanlage entstehenden Stoffe können durchaus auch auf der Chemieplattform Carling, insbesondere für die geplante Neuansiedlung einer weiteren Produktionslinie im Rahmen der „Grünen Chemie“ Verwendung finden. Der Verein „Saubere Luft“ kritisiert die Ansiedlung der geplanten Biomüllanlage sowie den  weiteren Ausbau der Chemieplattform Carling, da die Belastungen im Warndt bereits heute zu hoch sind .

Wir fordern alle Beteiligten auf, mit offenen Karten zu spielen und nicht weiter auf die Vogel-Strauß- und Salami-Taktik zu setzen. Wenn man die Bevölkerung im Warndt ernst nehmen möchte, bedarf es deutlich mehr Transparenz als in der Vergangenheit zu oft geschehen.“

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